Noch besser Kochen

Tipps und Tricks für besseres Kochen

RSS

Gibt es etwas Besseres, als vor dem Fernseher mit Chips herum zu krümeln? Aber ja. Ganz einfach: Knabberzeug weglassen, stattdessen zum Film ein Gourmet-Menü genießen. Und dass ohne für die Zubereitung einen Finger krumm machen zu müssen. Besonders lustig wird’s, wenn genau das auf den Teller kommt, was die Leute im Film essen. Jetzt muss sich nur noch einer zu Hause erbarmen und den Koch-Job übernehmen. Falls überraschenderweise keiner will: Gerd Reiner und Bärbel Stähle-Reiner sind Spezialisten für das Thema und organisieren in ihrem Restaurant Reiners Rosine in Flein Film-Menüs. Nebenbei lernt man bei Tisch vielleicht noch ein paar nette Leute kennen. Wann passiert einem das schon auf dem Fernsehsofa?
Und so läuft das Film-Menü ab:
Das Kino-Restaurant: Im historischen Teil des ehemaligen Bauernhauses, in dem Bärbel Stähle-Reiner aufgewachsen ist, sind die antiken Tische feierlich eingedeckt. Hier servieren Reiners das Menü zum Film. Nur zwei Treppenstufen weiter, im weinroten Restaurantanbau, beginnt, wenn alle da sind, die Vorstellung. Eine ganze Wand wird zur Kinoleinwand. Die komfortabel gepolsterten Stühle stehen in Reihen hintereinander. Praktisch: In der Zimmerdecke sind Lautsprecher eingebaut - für erstklassigen Klang.
Der Chef des Hauses hat den Film in Etappen portioniert, damit die Sequenz dann stoppt, wenn im Bild ein Gericht auftaucht, das genau in diesem Augenblick nebenan in der gemütlichen Gaststube auf den Tisch kommt. Manchmal sind es fünf, manchmal sieben Gänge oder sogar neun. Und zwischendurch gibt’s hier und da unerwartet etwas zu Naschen im Kinosaal. Zum Beispiel gesundes Knabberzeug, passend zum Filmthema, oder ein Fleischbällchen mit leichter Zimtnote, das gerade die Hauptrolle spielt. Könnten wir an dieser Stelle den Film bitte noch mal zurückspulen?
Überraschung I: Im Kino weiß man nie, wer sich neben einen setzt (es sei denn, man hockt zwischen zwei Freunden). Bei Reiners Film-Menü ist es genauso. Bloß hat man hier die Chance, die Neben- oder Gegenübersitzer am Tisch kennen zu lernen. Man redet über Kino und Küche, aber manche erzählen auch ihre Liebesgeschichte, weil’s im Film gerade so romantisch wird. Oder dass bei ihnen eingebrochen wurde. Oder schwärmen derart von den Finessen ihrer winzigen Digitalkamera („Hat schon 30.000 Bilder gemacht“), dass man selber am liebsten so ein Kompaktmodell hätte. Andere geben Tipps fürs Abnehmen…, da ist für jeden etwas dabei.
Überraschung II: Der Filmtitel ist bekannt, aber das Menü bleibt geheim. Die Gäste ahnen frühestens, wenn der Streifen läuft, was sie gleich bei Tisch erwartet. Wer es aber aus irgendeinem Grund vorher wissen muss, wird natürlich eingeweiht. Gerd Reiner erzählt am Anfang jeder Menü-Etappe etwas über die Geschichte, Herkunft, Zutaten und Zubereitungsweise der Gerichte. Eine Extraportion Wissen also. Am liebsten sind Reiner Originalprodukte aus dem Herkunftsland der Filmhandlung, die er gerne mit erntefrischen Kräutern, Obst und Gemüse aus dem eigenen großen Garten ergänzt. Bärbel Stähle-Reiner serviert dazu sorgfältig ausgesuchte Weine. Ganz was Feines. Auf Wunsch gibt es aber auch das selbst gebraute Bier des Hauses!
Überraschung III: Bei allem Streben nach landestypischer und filmischer Authentizität lässt sich der Küchenchef die Freiheit, seine kreative Ader auszuleben. Oder wie würden Sie das hier nennen: Ein Nachtisch zum Thema Milch in Variationen, mal als Mousse oder als Dickmilcheis mit Quittensoße und Spänen von Halva, einer griechischen Süßspeise aus Sesamsaat. Dazu in Fett ausgebackene Honig-Hefebällchen auf einem Spieß. Loukoumades heißt diese griechische Köstlichkeit. Die Mischung aus milder süße und angenehmer fruchtiger Säure zergeht auf der Zunge. Perfekt fürs Film-Finale.
In der Küche: Während die Gäste im abgedunkelten Kino sitzen und nebenbei nach den nächsten Aromen schnuppern, die aus der Küche zu ihnen dringen könnten, herrscht rund um den Herd eifrige Betriebsamkeit. Nur einer hat die Ruhe weg. Matthias Abt lehnt an einem Küchenschrank und probiert Dolmades, das sind gefüllte Weinblätter. Die gab’s vorhin als zweiten Gang, mit gebackenen Zucchini und frischen Muscheln. Draußen läuft passend dazu der griechisch-türkische Film „Zimt und Koriander“. Abt kaut und lächelt zufrieden. Er mimt an diesem Abend einen hellenischen Kellner mit offenem Hemd, Dreitage-Bart und Halskette, die ihm seine Kollegin Sinem Sentürk geliehen hat. Eigentlich studiert der Eintags-Grieche Weinbetriebswirtschaft. Neben ihm lässt Azubi Fabio Franke im Mixer eine gelbgrüne Flüssigkeit herumwirbeln. „Das ist eine Mischung aus Olivenöl und Limonensaft“, sagt Franke. Ladolemono heißt das Sößchen. Klingt zwar schwäbisch, ist aber urgriechisch. Es wird zusammen mit einer gebratenen Dorade Royale serviert, die gerade in der Pfanne brutzelt. Der Fisch kommt nicht etwa als Filet auf den Teller, sondern wie in Griechenland mit allem Drum und Dran. Nur der Kopf ist ab. Dazu gibt es mit Bulgur gefüllte Tomate und Bohnengemüse, um das sich Gerd Reiner kümmert. Ab in den Topf damit. Jetzt legt sich auch beim Chef allmählich die Anspannung. Läuft doch alles.

Quelle: openpr.de

Share and Enjoy:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google
  • Blogosphere News
  • De.lirio.us
  • description
  • LinkArena
  • MisterWong.DE
  • Netvibes
  • SphereIt
  • Technorati
  • TwitThis
  • Webnews.de
  • Wikio
  • Yigg
Computer Hardware
Feinkost aus Kroatien

Schreiben Sie einen Kommentar