Anders kochen – besser Leben
Bei der HIV-Behandlung sollte auch das Lebensalter der Patienten berücksichtigt werden: beginnend bei der Indikation, der zu wählenden Therapie bis hin zu den sich ändernden Lebensweisen der Betroffenen.
Persönliches Wohlbefinden und eine ausgewogene Ernährung sind für alle Menschen relevant.
Um so mehr müssen HIV-Infizierte darauf achten, dass sie durch eine vollwertige und gesunde Kost die Folgen der einhergehenden Beschwerden wie auch die Nebenwirkungen der einzunehmenden Medikamente gemildert werden.
Im August des Jahres nahm eine Gruppe Betroffener und Freunde der Lazaruslegion e. V. Hannover an einer Fortbildungsveranstaltung in der Akademie Waldschlösschen in Reinhausen teil. Hier wurde das Thema Ernährung bei HIV-Infektionen um den Aspekt des älter Werdens der Betroffenen erweitert.
Meist wird die Krankheit AIDS oder die Infektion mit dem HI-Virus vorwiegend mit jüngeren Menschen in Verbindung gebracht. Tatsächlich steigt jedoch die Zahl der Infizierten ab einem Alter von 50 Jahren in den USA kontinuierlich an. In der Bundesrepublik Deutschland ist der Anteil der über Fünfzigjährigen an HIV-Neudiagnosen mit circa 10 Prozent noch konstant, während die Quote der Infektionen bei den über Vierzigjährigen steigt. Es ist also damit zu rechnen, dass in Deutschland in Zukunft mehr und mehr HIV-Betroffene ab einem Alter von 50 Jahren leben werden. Bemerkenswert hierbei ist, dass Ärzte bei älteren Menschen die potentielle HIV-Infektion weniger in die Differentialdiagnostik einbeziehen. Darüber hinaus haben ältere Patienten weitaus größere Hemmnisse, über HIV-Risiken zu reden. Diese Faktoren belegen die Tatsache der erhöhten Anzahl sowohl behandelter als auch unbehandelter Menschen in höheren Altersgruppen in Zukunft.
Die Seminarteilnehmer der Lazaruslegion e. V. lernten in diesem Zusammenhang die korrekte Einteilung der Nahrungsmittel in verschiedene Gruppen und deren sinnvolle Kombination bei der Infektion einer so genannten konsumierenden Erkrankung (gemeint ist die Anreicherung von Fett und Wasser bei gleichzeitiger Abnahme der Körperzellmasse). Die Abstimmung der Kost auf die antiretrovirale Therapie und die zusätzliche Einnahme bestimmter Vitalstoffe, welche zu direkten Verbesserung der Abwehrlage führen kann, standen ebenso auf dem Programm des gemeinsamen Wochenendes. Sehr lebensnah und emotional gestaltete sich das zusätzlich gewünschte Thema „Lebensängste mit und ohne HIV“, welches Antwort und Hilfestellung auf die jeweilige Situation des Einzelnen bieten sollte. Da der Zeitrahmen für die komplexen Lebensumstände und die entsprechenden Lösungsansätze nicht ausreichte, plant die Lazaruslegion e. V. Hannover, diese Themen bei einem fortführenden Seminar wieder aufzugreifen und zu intensivieren. Wer sich für eine Teilnahme an einem der Seminare oder für die Arbeit der Lazaruslegion e. V. Hannover interessiert, ist herzlich eingeladen, sich auf der Website www.lazaruslegion-hannover.de zu informieren oder unverbindlich in den Räumlichkeiten des Vereins in der Podbielskistraße 57, 30177 Hannover vorbei zu schauen.Die Lazaruslegion, Christenbeistand für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke e. V. Hannover wurde 1987 von dem altkatholischen Pfarrer Daniel Conklin gegründet. und ist im Diakonischen Werk der evangelischen Landeskirche verankert. Ihr Schwerpunkt ist die soziale und psychische Betreuung von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken. Neben Beratungsgesprächen, psychosozialer Betreuung der Betroffenen, ebenso zu Hause oder im Krankenhaus, der Unterstützung für Ratsuchende in Bezug auf die Rente, im Umgang mit den Behörden bietet die Lazaruslegion e. V. vor allem eines: unbürokratische Hilfe für Betroffene, Angehörige und Freunde.
Quelle: openpr.de